Puno und der Titicacasee
Von schwimmenden Inseln und strickenden Maennern auf Taquile
07.10.2006
Puno, die Stadt ist nicht besonders reizvoll. Dagegen der zugehoerige, hoechst gelegene schiffbare See der Welt, mit 4100m und einer 15mal so grossen Oberflaeche wie der Bodensee, ist der oberhammer!
Da lohnt es sich doch, etwas mehr ueber diesen wunderschoenen See zu erfahren. Also erkunden wir ihn mal ein bisschen:
Als erstes machen wir einen Abstecher zu den schwimmenden Inseln der Uro-Nachfahren.
Da es keine archaeologischen Ueberreste gibt, weiss man nicht, wann genau die Uro begannen auf Schilfinseln zu leben. Sie nutzten die Schilfinseln, um sich vor den Colla und Inkas zurueckzuziehen, von denen sie als minderwertige Wesen betrachtet wurden. Auf den Isla Flotantes (schwimmenden Inseln), fuehrten sie ein autarkes Leben, denn das ueppig im seichten Uferbereich des Sees wachsende Schilf versorgte sie mit allem Lebensnotwendigen. Die jungen Staengel des Schilfrohrs sind essbar; getrocknetes Schilf laesst sich als Brennstoff verwenden. Aus Schilf bauten sie ihre Haeuser und Boote, mit denen sie Fische und Voegel jagten.
Der Legende nach, hatten die Uros schwarzes Blut, das sie vor der bitteren Kaelte beschuetzte.
Nach einer weiteren Ueberfahrt von 3 Stunden, erreichten wir die Insel Taquile, auf der es keine Strassen, keine Autos und keine Fahrraeder gibt.
Auf einem 6km langen und 1km breiten Felsen im Titicacasee, wohnen rund 1600 Aymara; Nachfahren der Pakara, Colla und Inkas, die vor ihnen hier lebten.
Auf dieser Insel werden exzellente Webarbeiten produziert.
Nur auf dieser Insel bekommt man strickende Maenner zu sehen, die ihre langen Zipfelmuetzen (Chullos) selber herstellen.

